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Billigtarife bei Central-KV gescheitert

vom 29.08.2011

Deutschlands fünftgrößter privater Krankenversicherer steht vor einem drastischen Umbau, denn das Model der Billigtarife war zum Scheitern verurteilt. Nun will der private Krankenversicherer seinen Außendienst komplett einstellen, wie die ‚Financial Times‘ berichtet. Und auch der Vertrieb über Versicherungsmakler soll ein Ende haben.

 

Taktik nicht aufgegangen

 

In den vergangenen Jahren wuchs Central vor allem mit Billigtarifen. Diese wurden meistens von Selbstständigen abgeschlossen. In der Regel liegen die Leistungen der entsprechenden Privatleute, vom Kioskbesitzer bis zum LKW-Fahrer, unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen. Das Unternehmen wollte die Flaute bei der Versicherung von besserverdienenden Angestellten mit dieser Strategie überwinden. Es wurde davon ausgegangen, dass jeder, der einmal einen Billigtarif für 150 Euro abschließt, seine Absicherung bald verbessern will und dann in einen regulären und deutlich teureren Tarif wechselt. Doch dieser Plan ist nicht aufgegangen und kaum ein günstig Versicherter wechselte den Tarif. Im Gegenteil: Viele stellten ihre Beitragszahlungen aufgrund wirtschaftlicher Probleme ein. Da der Versichere bei Notfällen trotzdem zahlen muss, fiel dies wahrscheinlich vielen nicht schwer.

 

Bürgerversicherung unumgänglich?

 

Die Generali-Tochter Central Krankenversicherung mit Sitz in Köln hat vor, den eigenen Außendienst mit 600 Vertretern zu schließen. Auch der Vertrieb über Versicherungsmakler soll fast komplett eingestellt werden. Die 40-jährige Mathematikerin Daniela Rode und der 42-jährige Jurist Friedrich Schmitt waren zwei der vier Vorstände. Sie mussten die Firma bereits verlassen, wie es hies. Der 49-jährige Vorstandschef Heinz Teuscher und der 45-jährige Vertriebschef Oliver Brüß bleiben übrig. Der Generali-Konzern reagiert mit diesem harten Einschnitt auf den gescheiterten Versuch, das Wachstum der Krankenversicherung mit Billigtarifen zu stärken. Zudem bereitet sich das Unternehmen auf die Abschaffung der privaten Kranken-Vollversicherung durch die Politik vor. Ein Insider eröffnete: „In der Konzernspitze herrscht die Überzeugung, dass die obligatorische Bürgerversicherung kaum noch zu verhindern ist“. Für die Privaten würde dann noch das Zusatzgeschäft für Zahnersatz, Einzelzimmer oder Chefarztbehandlung bleiben.
 

Redaktion Vergleicher.de: Chris Friedrich
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