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Laut Deutscher Bank faule Kredite erwartet

vom 03.11.2009

Deutschlandchef Jürgen Fitschen von der Deutschen Bank rechnet für das erste Halbjahr 2010 mit einer Welle von Kreditausfällen für die Finanzbranche. Er ist aber zuversichtlich, dass sein Unternehmen recht glimpflich davonkommt. Aufgrund der Wirtschaftskrise können immer mehr Schuldner ihre Kredite nicht zurückzahlen, sodass die Banken selbst Geld für Kundendarlehen bereitstellen müssen. Die Deutsche Bank legte zu diesem Zweck etwa 1,5 Milliarden Euro zurück, das ist sechsmal mehr als ein Jahr zuvor.
 
Analysten des Finanzsektors schätzen, dass im dritten Quartal 2009 noch einmal 700 Millionen Euro benötigt worden sind. Im internationalen Vergleich geht es Deutschland damit aber immer noch gut, denn vor allem amerikanische Banken haben viel stärker zu kämpfen. Fitschen betonte, dass es für Unternehmen dennoch keine Probleme gäbe, einen Kredit zu bekommen. Er bestätigte aber auch, dass die Firmen für ihre Geldanleihen inzwischen höhere Zinsen zahlen müssten, damit sich die Deutsche Bank finanziell besser absichern kann.
 
Bereits seit Monaten warnen Politiker und Wirtschaftsverbände, dass Kredite knapp werden könnten, und u.a. Unternehmen des krisengeschüttelten Maschinenbausektors fürchten, ihnen geht das Geld aus, wenn sie bei einem neuen Anstieg der Wirtschaft investieren müssen. Fitschen teilt diese Sorge und bezeichnete die so genannten Verbriefungen als gutes Verfahren, mit dem die Banken Kredite wieder finanzieren können. Demnach werden bestehende Kredite von den Banken weiter verkauft, und mit dem  Gewinn lassen sich neue Kredite vergeben.
 
Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt ist eines der größten Kreditinstitute Deutschlands und hat allein im Mittelstand 930 000 Kunden, die auch regelmäßig einen Kredit benötigen. Fitschen zufolge ist das Kreditvolumen im ersten Halbjahr 2009 von 900 Millionen auf satte 41,6 Milliarden Euro gestiegen. Zudem sind große Mittelständler als Kunden dazu gekommen, denn aufgrund der Finanzkrise haben viele ausländische Banken ihre Geschäfte in Deutschland verringert. Am 29. Oktober hatte die Deutsche Bank ihre Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorgelegt und konnte zum dritten Mal nacheinander einen Milliardengewinn verzeichnen. Die Summe wurde mit 1,4 Milliarden Euro beziffert und vor allem mit Investmentbanking erreicht.

Redaktion Vergleicher.de: Franz Friedrich Steger
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