Stiftung Warentest hat je zwölf Tarife für Hunde und Katzen von fünf Versicherern unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus, dass die Versicherungen zumeist viel Geld kosten dabei aber nur einen begrenzten Schutz bieten. Ist es also besser monatlich einen bestimmten Betrag beiseite zu legen?
Jeder Besitzer hängt an seinem vierbeinigen Freund, da gibt man gern auch ein bisschen mehr aus für Nahrungsergänzung oder Leckerlis. Richtig teuer wird es jedoch, wenn der tierische Geselle wegen einer Impfung, Kastration oder gar Operation zum Arzt muss. Viele Besitzer denken deshalb über den Abschluss einer Tierkrankenversicherung nach. Doch Vorsicht: auch die kann schweinisch teuer sein, gibt Stiftung Warentest zu bedenken.
Auf Leistungen achten
Gecheckt wurden zwölf Tarife für Hund und Katz verschiedener Versicherer. Das Fazit wird sich kein Herrchen oder Frauchen begeistern: im günstigsten Fall zahlt ein Hundebesitzer bei der Axa Assistance für eine Krankenvollversicherung im Jahr 234 Euro – je nach Anbieter können das aber auch locker 447 Euro werden. Vorsorgemaßnahmen oder Impfungen werden dabei aber oft gar nicht oder nur zu einem geringen Teil übernommen.
Weiteres Manko: je älter die Tiere werden, desto höher das Krankheitsrisiko. Also bezahlt man bei vielen Versicherern mit dem Alter der Tiere saftige Aufschläge. Bei der Helvetia steigt der Jahresbeitrag bei Hunden ab dem 8. Lebensjahr jährlich um 30 Prozent, natürlich pro angefangenem Lebensjahr. Es gibt auch Anbieter, die Tiere ab 7 Jahren erst gar nicht versichern. Andere lehnen wiederum nur einzelne Rassen ab oder verlangen für beliebte Hunderassen wie Rottweiler, Labrador oder Schäferhund gleichmal höhere Beiträge.
Vorsicht bei Kostengrenzen
Es gibt auch spezielle OP-Policen, die kommen aber nur für den Fall eines operativen Eingriffs für die kosten auf. Der Berliner Tierarzt Pascal Torres erklärt: „Bei einem komplizierten Bruch können die Operations- und Behandlungskosten schon mal 1500 Euro betragen. Mit dem Tarif „Tierpartner Easy“ für 131 Euro bietet die Axa Assistance das günstigste OP-Angebot für Hunde. Katzenbesitzer können ihren Schmusetiger bei Helvetia mit dem Tarif „Petcare Operationskosten“ schon für 100 Euro pro Jahr versichern.
Natürlich ist es auch hier wichtig das Kleingedruckte zu lesen. Oftmals wird die Kostenerstattung im Versicherungsjahr auf eine Höchstsumme begrenzt. Bei „Tierpartner Easy“ liegt die Grenze bei Hunden bei 1.800 Euro, bei Katzen bei 1.500 Euro. Die Helvetia übernimmt pro Jahr im Tarif „Petcare Operationskosten“ bei Hunden 3.000 und bei Katzen 2.000 Euro. Weiterhin sollte man beachten, dass die Versicherer nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abrechnen. Verlangt der Veterinär mehr, muss der Halter die Differenz selbst zahlen.
Fazit: Es ist besser für den Vierbeiner, egal ob Hund oder Katze, monatlich einen gewissen Betrag auf die hohe Kante zu legen, als eine teure Versicherung abzuschließen, die noch nicht einmal alle Kosten abdeckt.
Redaktion Vergleicher.de: Franz Friedrich Steger