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Vergleich von privater und gesetzlicher KV
vom 02.03.2011
Nach einer Änderung können seit Januar 2010 wieder mehr Arbeitnehmer zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung wählen. Doch die Beiträge sind teuer und sie werden weiter kräftig steigen, so die Aussage der Zeitschrift Finanztest (03/2011), die die Leistungen beider näher unter die Lupe genommen hat.
Seit Jahresbeginn dürfen Mensch, deren Einkommen im Kalenderjahr 2010 über der „Versicherungspflichtgrenze“ von 49.950 Euro gelegen hat, zu einer privaten Krankenkasse wechseln. Bislang musste der Verdienst drei Jahre lang darüber liegen. Das gilt nicht für Beamte und Selbstständige, die dürfen in die private wechseln, egal wie viel sie verdienen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: man kommt nur schwer zurück in die gesetzliche Versicherung. Erst wenn Arbeitnehmer mit ihrem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegen, ist das möglich. Wer über 55 Jahre alt ist, hat meist keine Chance.
Unterschied: Private - Gesetzliche
Wer privat versichert ist kommt in den Genuss etlicher Sonderleistungen und zwar ein Leben lang: Chefarztbehandlung, höhere Honorare für Ärzte, die Übernahme rezeptfreier Medikamente oder Behandlungen durch den Heilpraktiker und anderes. Doch das hat natürlich seinen Preis. Auf den ersten Blick sind die Beiträge für junge Gutverdiener zwar manchmal preiswerter als in der Gesetzlichen, aber sie steigen im Laufe des Lebens – und zwar kräftig. Man muss sie dann zahlen, egal, wie es finanziell aussieht, denn das tatsächliche Einkommen hat keinen Einfluss auf die Beitragshöhe. Da sieht es bei der Gesetzlichen schon anders aus. Wer wenig verdient, muss auch wenig zahlen, lautet hier die Devise. Zudem sind nicht berufstätige Partner und Kinder kostenfrei mitversichert. Allerding sind die Versicherten der Willkür der Politiker ausgesetzt. Diese können jeder Zeit die Leistungen streichen, so geschehen mit der Erstattung für Brillen und rezeptfreie Medikamente.
Für wen sich der Wechsel lohnt
Eigentlich lohnt sich die Private nur für Beamte wirklich, denn dort zahlt der Dienstherr Beihilfe. Beamte benötigen also nur für den verbleibenden Teil der Kosten eine Versicherung, die ist dann recht preiswert. Bei Arbeitnehmern und Selbstständigen ist die Zahlung von Beihilfen eher unüblich, außerdem ist das Einkommen nicht sicher, daher ist die gesetzliche Krankenversicherung hier meist die bessere Wahl. Wer dennoch in die Private wechselt sollte bedenken, dass die Beiträge sich nach 30 Jahren durchschnittlich verdreifacht haben. Um die Beiträge sicher auch noch im Alter zahlen zu können, sollte man daher monatlich zwischen 150 und 250 Euro beiseitelegen. Wenn man dann noch bedenkt, dass nicht jede Private mehr leistet als die Gesetzliche, dann ist fraglich, ob sich mehrere hundert Euro an Beitrag pro Monat lohnen.
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